Im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts in Psychologie, Geschichte und Kunst unternahmen Schülerinnen und Schüler der Klasse 11 gemeinsam mit Frau Habermann, Herrn Nickel und Frau Petrich eine Exkursion zum Berliner Teufelsberg. Der geschichtsträchtige Ort bot ideale Voraussetzungen, um Unterrichtsinhalte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und miteinander zu verknüpfen.
Der Teufelsberg entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern der zerstörten Stadt. Während des Kalten Krieges wurde er aufgrund seiner erhöhten Lage von den westlichen Alliierten als Abhörstation genutzt. Die markanten Radarkuppeln erinnern bis heute an die politische Teilung Berlins und an eine Zeit, die von Misstrauen, Überwachung und internationalen Spannungen geprägt war. Heute hat sich das Gelände zu einem einzigartigen Kulturort entwickelt und beherbergt eine der größten Street-Art-Galerien Europas.
Während der Exkursion nahmen die Schülerinnen und Schüler an zwei unterschiedlichen Führungen teil. Bei der „Mythos-Tour“ standen die wechselvolle Geschichte des Teufelsbergs, die ehemalige Abhörstation und die zahlreichen Geschichten und Legenden rund um das Gelände im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, wie eng historische Ereignisse, menschliches Verhalten und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbunden sind.
Die Führung „Street Art“ eröffnete einen künstlerischen Zugang zum Ort. Die Jugendlichen setzten sich mit verschiedenen Werken, Stilrichtungen und Botschaften auseinander. Viele der großformatigen Arbeiten greifen politische und gesellschaftliche Themen auf, regen zum Nachdenken an oder laden zu unterschiedlichen Interpretationen ein. So konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre Kenntnisse über Street Art erweitern, sondern auch über die Wirkung von Bildern, Symbolen und öffentlichem Raum diskutieren.
Besonders bereichernd war die Verbindung der drei Unterrichtsfächer: Historische Hintergründe wurden mit psychologischen Fragestellungen und künstlerischen Ausdrucksformen verknüpft. Themen wie Erinnerung, Wahrnehmung, Macht, Überwachung, Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung konnten dadurch auf anschauliche Weise erfahrbar gemacht werden. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und vielseitig fächerübergreifender Unterricht sein kann.
Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich engagiert, stellten interessierte Fragen und setzten sich kritisch und reflektiert mit den unterschiedlichen Themen auseinander. Durch ihr aufmerksames, respektvolles und verantwortungsbewusstes Auftreten repräsentierten sie unsere Schule in besonders würdevoller Weise.
Der Besuch des Teufelsbergs war somit weit mehr als ein gewöhnlicher Ausflug: Er verband Geschichte, Kunst und Psychologie an einem außergewöhnlichen Lernort und hinterließ bei allen Beteiligten viele neue Eindrücke und Denkanstöße.
Antonia Petrich (Fachlehrerin Psychologie GK 11)

