Das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Königs Wusterhausen ist offiziell Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Am 9. Oktober 2026 feierte die Schulgemeinschaft die Aufnahme mit einem bunten Programm, bewegenden Beiträgen und viel Unterstützung aus der gesamten Schule.
Kann eine Schule wirklich ohne Rassismus sein? Wohl kaum. Rassismus ist tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert und verschwindet nicht, nur weil eine Schule eine Plakette an ihrer Fassade trägt. Die Aufnahme in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verstehen wir deshalb nicht als Auszeichnung für etwas, das wir bereits erreicht haben. Sie ist vielmehr ein Versprechen: Wir wollen hinschauen, Diskriminierung ernst nehmen und uns immer wieder fragen, wie wir miteinander umgehen und was wir verändern können.
Dass dieses Versprechen für unsere Schulgemeinschaft Bedeutung hat, zeigte sich bereits bei der Abstimmung im Juni. Mehr als 90% der Schulgemeinschaft sprachen sich für die Aufnahme in das Netzwerk aus. Vorausgegangen waren mehrere Jahre Engagement: Die AG „Schule mit Courage“ wurde 2022 gegründet und hat seitdem mit Projekten und Aktionen daran gearbeitet, Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander im Schulalltag sichtbar zu machen.
Am 9. Oktober wurde diese gemeinsame Entscheidung nun auch nach außen sichtbar. Ein festlich geschmückter Schulhof, farbenfrohe Wimpel und ein abwechslungsreiches Programm bildeten den Rahmen für die Aufnahmefeier. Durch die Veranstaltung führten unsere Schülersprecherin Yara Wolff aus dem 12. Jahrgang und Nicolas von der Wettern aus dem 8. Jahrgang. Die Schulleiterin Heike Pioch würdigte in ihrer Rede das langjährige Engagement und erinnerte daran, dass Courage nicht erst in großen Momenten beginnt, sondern im Alltag: auf dem Schulhof, im Klassenraum, im Chat und im Umgang miteinander.
Die Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen, Michaela Wiezorek, und der Beatboxer El Grande haben die Patenschaft für unsere Schule übernommen. Beide unterstützen damit unseren Weg und setzen gemeinsam mit uns ein Zeichen für Respekt und Zusammenhalt. Die Vertreterinnen der Regionalkoordination überreichten die Aufnahmeurkunde und die Plakette, die künftig an unserer Schulfassade zu sehen sein wird.
Für besondere Momente sorgten die musikalischen und künstlerischen Beiträge aus der Schulgemeinschaft. Der Schulchor unter der Leitung von Herrn Florin verlieh der Feier einen festlichen Rahmen. Schülerinnen und Schüler der AG Courage trugen ein Gedicht von Sophie Breling aus dem 12. Jahrgang vor, das zum Nachdenken über Courage und Gemeinschaft anregte. Mit seinem Beatbox Auftritt begeisterte El Grande das Publikum und brachte zusätzliche Energie auf den Schulhof.
Was die Feier besonders gemacht hat, war jedoch nicht allein das Programm. Es war das Zusammenspiel vieler Menschen, die sich eingebracht haben: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weitere Unterstützerinnen und Unterstützer haben geplant, gestaltet, organisiert, moderiert und mit angepackt. Die Feier war damit selbst ein Beispiel für das, worum es bei „Schule mit Courage“ geht: gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und etwas auf die Beine zu stellen.
Gerade in einer Zeit, in der Ausgrenzung und demokratiefeindliche Haltungen vielerorts sichtbar werden, ist es wichtig, dass sich Schulen auch öffentlich zu ihren Werten bekennen. Für uns in Königs Wusterhausen bedeutet die Aufnahme deshalb mehr als ein Schild an der Fassade. Sie macht sichtbar, wofür wir stehen wollen. Zugleich erinnert sie uns daran, dass dieses Bekenntnis jeden Tag neu mit Leben gefüllt werden muss.
Wir sind nicht am Ziel. Wir fangen auch nicht bei null an. Wir setzen unseren Weg fort, mit offenen Augen, mit Courage und gemeinsam.
gez. J. Márquez